DIE SCHURTEN DIEBE

Eine der am häufigsten genannten Ursprungslegenden der Tschäggättä ist die Sage von den Schurten Dieben:

In den Wäldern auf der Schattenseite des Tales wohnten früher die «Schurten Diebe». Noch heute erkennt man die Hofstätten, am besten auf dem Giätrich, dem Wilerdorf gegenüber. Es waren dies kleine, aber gedrungene Männer, die in der Nacht auf Raub und Diebstahl auszogen. Sie nahmen keinen in ihren Bund auf, wenn er nicht mit einer Bürde von hundert und einem Pfund bei «Gsellisch Chinn» über die Lonza zu springen vermochte. Bei den Schurten Dieben (schurt = kurz, kleingewachsen) soll es sich also um eine Art Männerbund gehandelt haben, dessen Kostümierung manchmal mit den Tschäggättä in Verbindung gebracht wird: Die Schurten Diebe sollen Holzmasken, Felle und umgehängte Schellen getragen haben.